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Di 28. Feb 2012, 06:19

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Registriert: Mi 1. Feb 2012, 00:05
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Das autistische Kommunikationsdesaster ist Teil eines größeren Problemkreises: Die mangelnde Vereinbarkeit von Fühlen und Denken. Fühlen und Denken sind wie Feuer und Wasser. Fühlen kann nur mit Fühlen kommunizieren, und Denken nur mit Denken. Gehirn-Rassismus.
Im Prinzip ergänzen sich beide. Gefühle haben ihren Vorteil bei typischen Problemstellungen, Denken hat seinen Vorteil bei einzigartigen Fragestellungen.
Der natürliche Platz des Fühlens liegt in der Mitte, der des Denkens an den Rändern des Lebens. Daraus ergibt sich auch eine Rangordnung – die Mitte ist wichtiger.
So säuberlich die Aufgaben geteilt sind, so schlecht arbeiten beide zusammen. Bei vielen Individuen muß von unkontrollierter Unterwerfung der einen Seite durch die andere gesprochen werden. Der Grund dafür ist, daß man als Mensch einen Standpunkt einnehmen muß, um sicher zu stehen.
Für das Verständnis von Kommunikation ist es daher wichtig, die Anteile von Fühlen und Denken beim Du – dem Gegenüber – festzustellen. Ist es ein Denker oder ein Gefühlsmensch? Diese Frage ist nicht zu verwechseln mit der nach Mann oder Frau.
Und so ergibt das bisherige Feedback von vielleicht 13 Menschen auf meinen Vortrag ein klares Ergebnis: Obwohl ich versucht hatte, durch starke Metaphern meine emotionale Lage deutlich zu machen, lehnen emotional orientierte Menschen meine Erkenntnisse als falsch ab. Das deutlichste Beispiel ist die Lebensgefährtin meines Vaters. Als ehemalige Krankenschwester hat sie ein gutes Gespür. In einem mir bekannten Fall erkannte sie eine Krankheit sofort, was Ärzte erst nach Jahren feststellten.
Ihre intuitiven Fähigkeiten können bei denkorientiertem Autismus aber offenbar nicht greifen. „Du hast keinen Autismus“ ist ihre Standard-Antwort, wenn ich das Thema anspreche. Es hat mich Kraft gekostet, das nicht als Geringschätzung aufzufassen, vielmehr meint sie es gut mit mir.
Auf der anderen Seite stehen meine philosophisch angehauchten Freunde, die weder Beruf noch Privates „gebacken“ kriegen, aber gesellschaftliche Probleme auseinandernehmen und analysieren, Langzeitstudenten eben. Dort inhaltliche Anerkennung.
Es gibt aber auch Menschen, die analytische und emotionale Intelligenz souverän in sich vereinigen. Die Bundeskanzlerin fällt mir da ein. Ihr Erfolg zeigt, welchen Schatz sie damit in sich trägt. Und – warum auch immer – alle mir bekannten Schweizer gehören in diese Gruppe. Erfolgreiche „Kämpfer“ für die gemeinsame Sache – den Brückenschlag – können nur aus dieser dritten Gruppe hervorgehen. Auf sie wird es ankommen.



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