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So 8. Apr 2012, 13:15

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Registriert: Mi 1. Feb 2012, 00:05
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Das menschliche Denken schaltet in Anwesenheit einer Autorität um eine Stufe zurück. Diese Eigenart ist tief verwurzelt und stabilisiert die Gruppe.
Unter den Bedingungen der komplexen Moderne gerät dieser Regelkreis aber in Schieflage: Sachliche Zusammenhänge jenseits der Intuition sind nur ganz begrenzt zu begreifen. Dieses Eingeständnis fällt einem Menschen mit autoritärer Stellung allerdings schwer, weil seine soziale Stellung darunter leidet. Die Emotionen der Menschen kümmern sich nämlich nicht darum, daß eine Autorität seiner Materie objektiv durchschnittlich nicht gewachsen sein kann.
Der medizinische Fortschritt ist eine große, dumme Walze. Eine Freundin schreibt ihre Doktorarbeit über den Zusammenhang zwischen Güte der Stimmbandmuskulatur und Hochleistungsblasmusik. Bisher dachte man, es bestünde ein positiver Zusammenhang, aber Messungen ergaben das Gegenteil.
An dieser Stelle frage ich: Mit dem ungeheueren Einsatz der weltweit verketteten Medizinforschung – Millionen kluger Menschen – war dieser einfache Zusammenhang noch unbekannt? Wenn es gute Modelle über den Menschen gäbe, hätte man das doch wohl aus dem bisherigen Wissen ableiten können, daß eine Überlastung der Stimmbänder eintritt.
Wissenschaftliche Forschungsnsätze sind wohl einfach gedacht, aus dem Hier und Jetzt und den Machtverhältnissen. Was strukturell fehlt, ist der Willen zu intelligenten Verknüpfungen. Denn neue Verknüpfungen heißt immer auch eine Verschiebung der Machtverhältnisse, und daran haben Inhaber autoritärer Stellungen objektiv kein Interesse. Und deren Unbewußtes blockt jede Art der Selbstkritik weit im Vorfeld ab.
Im Falle der gesellschaftlichen Autismus-Bearbeitung spitzt sich dieses Problem zu.
Autismus ist so kompliziert, daß geistige Beweglichkeit das Maß aller Dinge sein muß.
Wir alle starren in den Nebel hinein - alles jenseits selbstloser Kooperation dient anderen Zwecken als der Hilfe für Autisten. Die Ablehnung einer Kooperationsanfrage ist aus autistischer Perspektive eine Todsünde. Aber manchen Menschen ist es egal, wo sie Karriere machen.
Die gesellschaftlichen Strukturen der Autismusbehandlung – die institutionellen Gliederungen und die Fragestellungen der Forschungsaufträge – sind von Neurotypischen gemacht. Ich habe mich mit einer Autismus-Expertin in Verbindung gesetzt, die im „Spiegel“ genannt wurde. Obwohl sie mir gegenüber aufgeschlossen und kooperativ ist, ist eine Zusammenarbeit aus institutionellen Gründen praktisch kaum möglich.
Ich habe wenig Vertrauen in die wissenschaftliche Behandlung von Autismus durch Neurotypische. Es wird nicht wirklich nach den Gesetzmäßigkeiten gesucht. Aber gut zu wissen.



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