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Mo 7. Jan 2013, 20:44

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Registriert: Mi 1. Feb 2012, 00:05
Beiträge: 27

Liebe Leser,

ich möchte Sie instrumentalisieren. Ich hoffe sehr, daß es ist Ihnen recht ist. Denn ich nehme Sie als Ansprechpartner, um meine Lage zu erklären. In Wahrheit aber schreibe ich diesen Text, um die Lage für mich selbst zu klären.
Das Leben geht unerbittlich weiter. Im Januar sind die Einnahmen aus dem Stadtführergeschäft soweit heruntergegangen, daß mein finanzielles System zusammengebrochen ist. Ausgerechnet auf diesem Tiefstand erkenne ich, daß eine andere Stadtführerin unseren ganzen Auftritt unter den Bedingungen der Heimtücke entscheidend kopiert hat. Das – obwohl mein Companion zu Gleichgültigkeit mahnt – empört mich, und ein großes, schweres und schwarzes Gefühl strahlt in Richtung dieser Frau.
Psychologisch hat dieser Umstand auch günstige Folgen. Da meine ganzen negativen Gefühle irgendwohin müssen, lenke ich sie in die Richtung, wo sie meiner Meinung nach hingehören: Gegen Asoziale. Bei den guten Menschen kann ich dann gute Gefühle ausleben. Schwarz-Weiß-Denken zeichnet Autisten aus, wie Sie wissen, und auch ich kann trotz aller Reflexion diesem Fluch bisher nicht entkommen: Noch sind Wissen und Gefühle bei mir nicht genug verknüpft. Aber ich arbeite daran, das darf ich Ihnen versichern!
Die mir zur Verfügung stehenden Hebel erlauben keine angemessene Bearbeitung der finanziellen Lage, und ich muß mich daher jetzt erneut in meiner Weltsicht bewegen.
Ich betrachte meine Entwicklung als alpinen Aufstieg, und der Felsvorsprung, auf dem ich mein Zelt aufgebaut hatte, ist durch die (Ausbleibende-Buchungen-)Lawine leider weggefegt worden, wenn ich die Ausrüstung auch größtenteils retten konnte.
Aber jetzt kann ich einen Trumpf ausspielen, denn meine Entwicklung zeigt auch eine besondere Kontinuität: Immer wenn es eng wird, immer wenn ich in die Ecke gedrängt werde, verbessern sich meine Fähigkeiten, und plötzlich kann ich dann doch Dinge, die ich zuvor als unmöglich erklärte. Mein fünf Jahre älterer Bruder Karsten sieht das als Haupterkenntnis meines Vorankommens.
Meine Finanzkrise ist vor allem eine Willenskrise. Und zwar deswegen, weil Karsten mir tatsächlich immer zu helfen bereit ist, wenn ich den aus seiner Sicht meinerseits notwendigen Teil zu tun bereit bin und dann tatsächlich tue. Die Haupteigenschaft des aus seiner Sicht meinerseits notwendigen Teils besteht darin, daß dieser Teil nie gering ist.
Flapsigkeit beseite - hier nun ist meinerseits Einsicht geboten. Die Tatsache, daß ich mich meiner Finanzsituation nicht einfach so stellen kann, hängt damit zusammen, daß bei meinerseitiger Realisierung der Tatsachen auf finanzieller Ebene – so kalkuliert mein Unbewußtes, mein Hauptfeind – mein Weltbild zusammenbricht. Mein Weltbild beruht darauf, daß es irgendwie möglich sein soll, daß Gutes mit Gutem und Schlechtes mit Schlechtem vergolten wird. Ich werde wohl realisieren müssen, daß ich auch bei größter Anstrengung nicht verhindern kann, daß Böse es sich auf Kosten der Schwachen gut gehen lassen. Allein der Umstand, daß ich dies hier schreibe, zeigt aber, daß das Unbewußte das erste Treffen in dieser Frage bereits verloren hat.
Es verschafft mir ein Gefühl der Genugtuung, daß ich in dem Augenblick, wo ich die Zerstörung der eigenen Muster registriere, wo es mir damit ja gefühlsmäßig nicht gutgeht, in meinem Umfeld an sozialer Akzeptanz gewinne, weil das Umfeld meine „abwegigen“ Theorien ohnehin nie nachempfinden konnte; und durch das Befremden gebundene Energien können mir nun zur Verfügung gestellt werden. Für die Preisgabe von drei Luftschlössern übergibt einem die Gesellschaft den Schlüssel für ein solides Haus. Soweit meine Schlußfolgerungen.
Meine Strategie zur Bewältigung meiner finanziellen Misere – wie ich Sie hier gerade entwickle – ruht auf drei Grundlagen.
Zunächst möchte ich gestehen, daß ich Marihuana konsumiere. Ich tue das in der Regel für mich und unterlasse jegliche Belästigung Dritter. Die Wirkung auf meine Seele als Ganzes emfinde ich als heilsam. Meine unruhige Grundstimmung aus emotionaler Verzweiflung und Hoffnung, die tief in mir ihre Wurzeln hat, konnte dadurch stark eingeschränkt werden.
Ihre Skepsis liegt auf der Hand, aber im Kampf um meine Existenz bin ich bereits tief in die Höhle der Erkenntnis eingedrungen. Sie dürfen einen Teil der Besonderheit meines Auftretens auf den Umstand zurückführen, daß Marihuana als Medikament für Autisten tatsächlich geeignet ist.
Trotzdem ist ein Autist, der nicht verharren will, immer dazu gezwungen, Entschlüsse zu fassen. Zwei Dinge kommen jetzt zusammen:
1. Ich kann mir „Gras“, wie üblicherweise gesagt wird, nicht mehr leisten, und mein Bruder würde dies auch nicht mittragen.
2. In Reserve liegen aber noch vom Arzt verschriebene 48 Seroquel Prolong. Zwei Tabletten, die ich zu verschiedenen Tagen genommen hatte, zeigten vor allem, daß ich zwar innerlich ruhig, aber auch regelrecht matt wurde. Goethe sprach eigentlich beim Alter vom „Zurücktreten aus der Erscheinung“.

An der Stelle muß ich aber auf einen Punkt klar hinweisen: Bestimmte Dinge gelten als allzu gewiss. Es überrascht sicher niemanden, wenn ich schreibe, daß „Kiffen“ und Psychopharmaka keine gute Kombination sind. Aber viele Menschen glauben: Was von der Natur kommt, ist gut – Chemie ist schlecht. So einfach ist es aber nicht, denn die Urmenschen in der freien Natur, ganz ohne Chemie, wurden auch nicht besonders alt. Tatsächlich können diverse „Cocktails“ den biochemischen Kreislauf verändern, verbessern oder (!) verschlechtern. Von Pillen zum „Rauschgift“, wie in der DDR gesagt wurde, ist es nur ein Schritt. Ich habe nichts Spezielles im Blick, aber das biochemische „Abmixen“ unseres Hormonhaushaltes ist ein möglicher Hebel, eine Situation zu bewältigen. Goethes „Zauberlehrling“ steht für die Grenzen dieser Möglichkeit auf der anderen Seite. Angesichts der medizinischen Entwicklungen diesbezüglich: Fortsetzung folgt!
Aus diesen Zusammenhängen resultiert die Überlegung, Marihuana durch eine halbe Tablette Seroquel zu ersetzen. Mein Vorrat reicht dann drei Monate. Dies sehe ich als Experimantalphase mit ungewissem Ausgang. Ich werde dann – so der Plan – ruhiger und beständiger, emotionale Schwankungen und tote Punkte werden weniger nachhaltig stören.
Dies gilt vor allem für den vom Unbewußten am heftigsten bekämpften Vorhaben: Meiner finanziellen Unabhängigkeit, meinem „Independence Day“, wie mein US-affiner Bruder einprägsam postuliert hat.
An dieser Stelle merke ich, wie mir intellektuell die Kraft ausgeht. +++Alarm+++
– Energy-Drink „Magic Man“ her, bei Rewe billig zu haben – und weiter. Die Müdigkeit ist Teil der Abwehrstrategie des Ubw. Die Müdigkeit ist – so meine aggressive Gegenauslegung – der Atem des Teufels und etwas ganz Böses. Die Maßnahmen des Unbewußten müssen immer ans Licht gezerrt und mißhandelt werden. Keine falsche Sentimentalität!
Es ist kein Zufall, daß es gerade die Beschreibung weiterer organisatorischer Punkte ist, vor denen ich zaudere. Bis zum Wochenende will ich aufgeschrieben haben, wie genau die Bundestagsabläufe funktionieren. Wenn ich es meinem Bruder erklären kann, kann ich es auch mir selbst erklären. Die Psychopharmaka werden mir dabei helfen, weil sie die blockierende Angst überbrücken, hoffentlich.
Am Dienstag drauf bin ich mit meiner Organisationsunterstützerin zuhause verabredet. Wir werden dann nach Lösungen suchen, auch betreffend den Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis, dessen Stigma ich nun nicht mehr fürchte. Der Besuch bei mir dient auch der sozialen Kontrolle. Was sich hart anhört, ist aber vielmehr notwendig: Soziale Kontrolle bringt einen auf den Pfad der Tugend zurück, aus Sicht des Umfeldes. Man gibt sich Mühe. Und deshalb möchte ich den Vertretern des Elternzentrums und anderen Menschen vorschlagen, daß wir uns auch mal zum Kaffee und Kuchen bei mir zuhause treffen. In meiner Wohnung kann man auch mit Einigen schön sitzen, nachdem ich sie von einem Freund mit goldenen Händen habe umbauen lassen.
• Die schiere Notwendigkeit, meine Finanzen zu sanieren, und der sich daraus ergebene Willenszuwachs,
• die Verfügbarkeit von Experten und Hilfe, auf Basis von Zuneigung oder auch Bezahlung,
• und die Eindämmung meines Suchtverhaltens und damit hergestellte Kooperativität gegenüber meinem Bruder
führen zu günstigen Rahmenbedingungen. Es wird dann ganz darauf ankommen, daß ich über neue Kanäle Gäste „aquiriere“, wie in der Ökonomie etwas unpersönlich formuliert wird.
Mehrere Ansätze sind angeleiert, aber nichts davon hat bisher echte Substanz. Wo warten auf einen Stadtführer mit Leib und Seele anspruchsvolle Aufgaben, in die er sich mit Hingabe hineinstürzen kann? Ideal ist, auf Menschen zu stoßen, mit denen man auf Vertrauensbasis zusammenarbeiten kann, und wo das Wort gilt. Für Anregungen bin ich natürlich dankbar. Letztlich entwickeln sich alle meine Ideen immer dann, wenn ich auf Leute stoße, die mir weiterhelfen. Das gibt mir immer auch die große Kraft der Hoffnung.

Meine drei Pfeiler zur Stabilisierung meiner persönlichen Finanzkrise sind also: die nivellierende Wirkung von Psychopharmaka, die enge Auftragserfüllung meiner drei Organisationsexperten, und die Erschließung neuer Einkommensquellen. Es wäre natürlich schön, wenn ich Ihnen in Zukunft von Erfolgen berichten dürfte.

2012 war das erste Jahr für mich, was als Ganzes zählt und unverkennbare Fortschritte gebracht hat. „Damals… 2012“ :werde ich einst sagen können. Möge 2013 den Staffelstab würdig weitertragen! Unser Zusammenarbeit und unser Zusammenhalten wird uns stärker machen!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit



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