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Fr 1. Mär 2013, 21:36

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Registriert: Mi 1. Feb 2012, 00:05
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Der autistische Zwang, ständig neue Grenzen zu überwinden, für die kein Lösungsalgorythmus existiert, hat natürlich auch Vorteile. Denn er stößt auf die menschliche Eigenschaft, daß Training bessert.
Der Geist wächst gleich einem Muskel und kann daher im Zeitverlauf zunehmend größere Aufgaben „stemmen“. Eine geistige Leistung von Rang ist die Vision. Mit einer solchen möchte ich Sie heute beglücken.
Als schwer verdienter Magister der Geschichte versuche ich, die Entwicklung unserer Gesellschaft zu verfolgen und angemessen zu beurteilen. Die Betonung liegt auf angemessen. Diese Eigenschaft heißt: sorgfältig-umsichtig aber auch kraftvoll, verständisvoll und an den richtigen Punkten, beim Offenbarungseid entschieden und wenn die Kräftekonstellation es anders nun mal nicht hergibt, auch: unbedingt entschieden. Das geschieht aus der Erkenntnis heraus, daß leichte Abweichungen in den Urteilen, bequeme Laxheit, akkumulativ zu letztlich sinnentstellenden Aussagensystemen führen.
Bei der Beurteilung unserer heutigen Zeit komme ich leider nicht umhin, eine Parallele zum späten Rom beim Beginn der Völkerwanderung zu ziehen. Sowohl in der äußeren Darstellung: Millionenmetropolen, eine Verkehrssprache, eine Weltkultur, Senat an der Spitze, eng an Geld gebundene Statussymbole, Rennwagen-Rennen; Feste des Jetset bis in die Choreographie hinein; wie auch die untergründige Entwicklung: Entwicklung zu reinem Egoismus auf Basis von Geld, im „weltkuturellen Gebiet“ starker Geburtenrückgang, Ablehnung des Militärischen – gibt es Zusammenhänge, die drei Nummern zu gut zusammenpassen, als daß billig über sie hinweggegangen werden könnte.
Man wird sich immer fragen müssen: Wie konnte es passieren, daß 100 Millionen hochzivilisierte römische Reichsbürger nicht in der Lage waren, einige 100.000 Barbaren abzuwehren, sondern tatsächlich versklavt wurden? Wo die Römer doch so klug waren, daß ihr Recht heute noch gilt? Unsere Zukunft wird antworten, teilweise.
Wahrscheinliche Zukunftsereignisse sind nun solche, die im Kreuzungspunkt neu angeschwollener Ströme liegen. Daher ist das, was ich ihnen beschreibe, leider nicht wahrscheinlich, denn ich biege mir die Zusammenhänge hin. Ich behaupte nämlich:
Die Fußballweltmeisterschaft 2006 ist in guter Erinnerung geblieben. Sie ist in so guter Erinnerung geblieben, daß eine Reihe von Leuten sich fragen: Warum war das damals denn so schön? Schön war – das möchte ich schon sagen – daß Gefühl, daß auch einmal alle gemeinsam am selben Strick zogen. Wer will sagen, daß sich das schlecht anfühlt, wenn er seine Erinnerungen abruft?
Wenn sich etwas findet, daß „alle“ in ihrem Wert teilen, steigt die Gesellschaft emotional eine Stufe empor, bzw. herab, wenn dergleichen verloren geht. Letzteres nenne ich: „Seelischer Verfall“.
„Ha: Nationalismus!“ Wer das jetzt denkt, kann aussteigen. Mit solchen Leuten wünsche ich nicht zu verkehren. Sie spüren hier meine autistische Härte.
Für alle Anderen allerdings geht es weiter: Dem Reichstag westlich gegenüber liegt die „Schwangere Auster“ – das Gebäude mit dem „merkwürdigen weißen Dach“, gebaut zur Weltausstellung 1957. Das Jahr war der Beginn des „Planetarischen Zeitalters“. Sie können sich mal Weltraumbroschüren der Jahre um 1955 ansehen, um diesen Geist zu spüren. Niemals war die Welt technikgläubiger, und die Zeitgenossen fühlten sich wohl. Die Technik, daß war der psychologische Vorteil von 1957 gegenüber 2013, war aber auf ein Ziel hin orientiert: die Eroberung des Universums und Kontakt mit anderen Spezies.
Heute mäandert die enorme Technikentwicklung ziellos, weil gesellschaftlich desorientiert. 2012 wurde trotzdem das insgesamt technologische Wunder vollbracht, 620 Millionen Smartphones und Tablets unter die Weltbevölkerung zu verteilen, und es wurde der Welt damit eine kognitive Erweiterung beschert, die einem Tsunami gleichkommt, dessen gesellschaftliche Haupteigenschaft die Steuerunfähigkeit darstellt.
Ich sage: Ziehen wir die Lehren aus dem Römischen Reich und dem „Planetarischen Zeitalter“. Geben wir – gesellschaftlich wohlverstanden gewollt – der technologischen Entwicklung eine Richtung, die uns – groß und klein, schwarz und weiß, Frau und Mann – zusammenschweißt. Soviel zu den Rahmenbedingungen, nun: Das Drehbuch, oder besser: Die Story.
Der nächste UNO-Generalsekretär, der den ungewöhnlichen Namen „Mr.X“ trägt, ist ein Mann der Technologie. Sein Credo ist es, mit modernster Technik die Menschheit, „the mankind“, in einem großen Projekt zusammenzuführen.
Ich kürze hier stark ab, wenn ich feststelle: Der gemeinsame Glaube an ein Projekt vervielfältigt die Kräfte. Ein Projekt, das weiß Mr.X, muß sich auch mit Anderen vergleichen, mit anderen Aufgaben. Der Seeweg nach Indien, daß war auch mal ein Projekt, bis es Vasco da Gama 1498 zur Krönung führte, die portugiesische Antwort auf den spanischen Kolumbus. Davon redet Mr.X, und vom planetarischen Zeitalter.
Er fühlt sich in der Verantwortung, weil er weiß: Er allein kann den Hebel noch herumreißen, welches Europa das Schicksal des Alten Rom beschert, herumreißen mit der Technologie!
Die etablierten gesellschaftlichen Kräfte mögen Machtverlust gar nicht, und so geht es in der ersten Sequenz unseres Filmes, die ersten 20 Minuten, darum, wie sich zunächst in der UNO und EU-Parlament Fraktionen bilden, die seinem großen Ziel durchaus zustimmen: Der gemeinsame Flug zum Mars mit einer sehr großen Rakete und der Etablierung einer großen Station auf dem Roten Planeten in den nächsten zehn Jahren.
Die zweite Sequenz beginnt mit einem Treffen der Wikipedia-Gründer, Piraten-Vertretern und Mitarbeitern des Institutes für Weltraumforschung in Berlin-Adlershof. Dort, im Berliner Silicon Valley, werden ein Großteil der Aufnahmen abgedreht.
Man hatte überlegt, daß sich Smartphone, Wikipedia und Mini-Sensoren paaren sollen. Es soll möglich werden, daß nach Wikipedia-Art das große Raumfahrprojekt von Millionen Nutzern mitbearbeitet wird, um die technologischen Möglichkeiten zu potenzieren und die Menschheit auf die große eine Aufgabe einzuschwören, die Besiedlung eines fremden Planeten, womöglich das erste Mal im ganzen Universum. Wenn aber nicht das erste Mal – dann sind wir anderen Spezies einen Schritt nähergekommen und spielen nun im Universum in der ersten Liga. Champions Leguae, das fällt in einem Nebensatz eines Passanten im Film, stellt den Betrieb ein, weil niemand mehr kommt. Derjenige, dem er das erzählt, schläft allerdings, weil ihm so langweilig ist.
Die Geschichte wird zunächst im Zeitraffer weitererzählt. Die UNO schafft eine mächtige Weltraumbehörde (mit Mr.X an der Spitze), die international zahlreiche Follower findet, geschicktes Marketing uswusf., jedenfalls: USA, Rußland, China, Israel, Iran (!), EU; Japan, Indien sind alle beteiligt. Mr.X, ein geriebener Bursche, ist stets das Zünglein an der Waage, der alles austariert und dessen Wort gilt!
An dieser Stelle gibt es dann einen Rückschlag, aus dramaturgischen Gründen. Irgendjemand spuckt Mr.X in die Suppe: Ein Bankenvertreter, der in London sitzt. Die Finanzoligarchie in London, das ist der Gegenspieler. Mit geschickter Zinspolitik wird die Welt wieder an den Abgrund gedrängt, aber jemand Anderes, vielleicht Mrs.Y, die am Anfang noch gewisse Bedenken gegen Mr.X hatte, hält bei der entscheidenden Sitzung eine flammende Rede, welche die Finanzspekulanten im letzten Augenblick bloßstellt. Unter Eierwürfen mit böse verzerrtem Gesicht müssen diese den Bürotower verlassen. Sie haben ihre Rolle ausgepielt! Die Schauspieler sind Laiendarsteller und müssen nur sich selbst spielen. Darum werden sie auch schlechter bezahlt und bekommen nur Eintopf, während wir schön fünf Gänge tafeln. „Selbst schuld“ heißt es am Set dann immer, und: „Die wollten es ja so.“
Der Bau der großen Rakete, die dritte Sequenz, ist voller Herzschmerz. Alle arbeiten zusammen. Eins ist klar: Die Raumfahrer, welche die erste Station aufbauen, werden nicht zurückkehren, sondern ihr Grab in der Neuen Welt finden.
Alle Bereiche bekommen ihre Show, denn etliche neue Erfindungen können vorgestellt werden. Dank neuer Werkstoffe, kann das Raumschiff für 30 Mann ausgelegt werden, die aber teilweise erst auf der aufgerüsteten ISS zusteigen. Überall sind Kameras wie Insektenaugen, die alle frei internetzugänglich berichten, 200 Millionen Computer-Nerds vernetzen wikipedia-artig organisiert jede Art von Wissen. Ferner kann die Kommunikation – drei Stunden Lichtgeschwindigkeit hin- und zurück, durch Wahrscheinlichkeitsanalysen und riesiger Datenmassen-Kontrollen halbwegs effektiv gestaltet werden.
Der Start, Tribut an die US-Technologieführerschaft, erfolgt von Cape Caneveral aus. Im Raumschiff gibt es Räume mit dem Schwerkraft-Ersatz Fliehkraft. Die einzelnen Besatzungsmitglieder vertreten jeweils ihre kulturelle Position und haben dementsprechend typische Konflikte: Sie sagen, welche.
Unterwegs gibt es die ersten Zwischenfälle, plakativ für die Öffentlichkeit rettet der Israeli den Perser auf einem Weltraumspaziergang das Leben, wofür sich der iranische Groß-Ajatollah zwar nicht bei Netanjahu, dafür aber bei Mr.X bedankt.
Dann die Landung. Es geht gradeso gut. Genau die Besatzungsmitglieder bekommen ihre Show, die bisher still waren.
Der Inder zieht das Los, als erster zu gehen, und landet in einer spektkulären Schlucht. Großer Moment, „Event Horizon“. Zwei andere Gleiter kommen mit weiteren Mitgliedern, dann werden Versorgungsbomben abgeworfen.
Der Bau der festen Station auf dem Mars beginnt. Immer weitere Transportraumschiffe kommen mit Nachschub, denn wir erinnern uns: Die Ressourcen der ganzen Welt sind zusammenschaltet. An Bewerbern hat es nie gemangelt.
Natürlich gibt es jetzt ganz viele Probleme. Die Sauerstoff-Kreislauf ist wiederholt am Zusammenbrechen, aber Chinese und Afrikanerin retten gerade durch ihre spezifischen Fähigkeiten jeweils die Lage.
Derweil kommen sich auf der Erde alte Feinde näher, als sie nebeneinander gebannt am Bildschirm die Daumen drücken oder durch die Wikipedia-Technologie zusammenarbeiten. Menschen, die zuvor neben-, gegeneinander oder vermeidend lebten, sagen nun: „Wir haben Freundschaft geschlossen, denn unsere Probleme fliegen zum Mars, und sie kommen nicht mehr zurück.“
So ungefähr beginnt der Pilotfilm dieser Reihe. Martin Luther King ist vor allem für einen Satz berühmt geworden: „Wenn Ihr wollt, ist es kein Traum!“



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