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So 17. Nov 2013, 17:36

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Registriert: So 17. Nov 2013, 17:23
Beiträge: 2

Jetzt habe ich mich doch noch aufgerafft, den monatlichen Beitrag zu schreiben.
Meine Überlegungen kreisen um zwei Fragen. Da ich entscheidungsschwach bin, behandle ich beide.

Es ist ein Buch erschienen, das meiner ursprünglichen Vorstellung eines Buches tatsächlich entspricht.
Wenn ein Bauer im Mittelalter in die Stadt ging, mußte er vielleicht auch mal zu einem Gelehrten in seine Stube. Und auf dessen Pult liegt neben dem Kerzenständer und Gänsekiel ein dickes, ledergebundenes, altes, gesiegeltes Buch. Und der Gelehrte spricht zum Bauern, und zum erstenmal hört der Bauer höhere Wahrheiten, denn der Gelehrte liest aus dem Buch -
früher dachte ich, wer ein Buch schreibt, muß klug sein.

Ich habe viele Bücher lesen müssen, um erkennen zu können, daß Papier geduldig ist.
Der Umstand, daß mein neues Buch ungewöhnlich ist, zeigt sich auch darin, daß es erstmals einem Menschen aus einem anderen Kulturkreis gelungen ist, mich wirklich zu erreichen. Mehr als jeder Lebende andere.
Es handelt sich dabei um einen US-amerikanischen Professor, der 20 Jahre Börsenmakler war und tatsächlich aus dem christlichen Libanon stammt.

„Traumdeutung“ von Sigmund Freud und „Der Untergang des Abendlandes“ von Oswald Spengler waren bisher die Bücher mit höherer Weihe. Bibel und Koran konnte ich keinerlei Einsichten entnehmen, denen ich höhere Bedeutung zugesprochen hätte, was also nicht ohnehin klar gewesen wäre.

Es gibt Dinge, die klingen anmaßend, sind es aber nicht. Zum Beispiel die Internetseite „Hostelworld“. Die ganze Welt der Hostels. Tatsächlich. Es werden pro größerer Stadt dutzende und hunderte Hostels aufgeführt, gelistet nach den zahlreichen Bewertungen, sofort reservierbar, von mir auch getätigt. Das heißt für mich: Bei „Hostelworld“ steht der Name für die Bedeutung.

Mein neues Buch hat als Untertitel die frohe Botschaft: „Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen.“ Und für Autisten, die wirklich an sich arbeiten wollen, aber nicht wissen wie, ist es sprichtwörtlich „Die Gute Nachricht“, die deutsche Übersetzung für Evangelium.

Ich kann hier noch nicht so urteilen, daß ich mit wenigen Worten den Gehalt wirklich übermitteln könnte.
Aber die Kernessenz lautet:
„Alles profitiert entweder von Volatiliät, oder es leidet darunter.“
Diesen Satz zu verstehen und seine Bedeutung tatsächlich (heute mein Lieblingswort) zu ermessen – das zu versuchen, darauf würde ich an Ihrer Stelle, lieber Autismusbetroffener, alle Energie konzentrieren.

Man soll die Dinge der Welt in zwei Gruppen teilen: In die fragilen Dinge wie ein Karton Gläser – irgendwann wird mal eins runterfallen. Irgendwann wird die Jeans kaputtgehen. Und irgendwann kommt der nächste Börsenkrach. Wobei einige Leute Unsicherheit – Fragilität – auf Andere übertragen, Risiken eingehen, den Gewinn einstreichen, und bei dem großen dunklen Ereignis des „Schwarzen Schwans“ die Kosten auf die Allgemeinheit übertragen. Berufliche Experten mit Eigeninteresse darf nicht über den Weg getraut werden, und diese Experten haben in Bildungs-, Finanz-, Gesundheitswesen und Wissenschaft perverse Systeme errichtet, die durch Eigenantrieb weiterlaufen.

Die Vogelmetapher – mit welcher er das Wissenschaftssystem vorführt - lautet: „Stellen Sie sich folgende Situation vor. Eine Gruppe von ehrenwerten Herren aus Harvard lehrt Vögeln das Fliegen.“

Die zweite Gruppe sind die Dinge, die durch intensiven Wechsel von Anspannung und Ruhe besser werden: Gehirn, Muskeln, Körper. Aber auch Kommunikation. Antifragil nennt er diese Eigenschaft.

Ich verliere mich grade. Der Text ist etwas eingebrochen.

Also: Tipp des Tages
Falls Sie es nicht verstehen, können Sie das trotzdem machen:
„Antifragilität“ von Nassim Nicholas Taleb kaufen, und dem Autisten auf den Nachtisch legen. Wichtig ist, daß dieses Buch in dem Moment im Blickfeld liegt, wenn sich das Spezialinteresse herauskristallisiert. Irgendwas zwischen drei und 15 Jahren. Lieber früher als später. Lassen Sie es liegen. Es ist das Gegenteil einer Landmine. Wenn das Buch „hochgeht“, ist Feiertag. Denn wenn das Spezialinteresse dieses Buch werden sollte, wird ihr Sohn ein Mensch werden, auf den Sie stolz sein können. Einer, der es geschafft hat.



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