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Di 19. Nov 2013, 13:02

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Registriert: Mi 1. Feb 2012, 00:05
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Ich hatte den Blog unterbrochen, weil die Zugriffszahlen nach dem Seiten-Relaunch nicht mehr stimmten, was mich autismusbedingt irritiert hatte. Nun aber soll es wieder weitergehen. Diesmal geht es recht abstrakt zu. Konzentrieren Sie sich bitte, wenn Sie den Text lesen, oder es hat keinen Sinn.

Die Zusammenführung von weiteren Erfahrungen und deren Auswertung und Umsetzung auf allen Ebenen hat in meinem Habitus zu weiteren Fortschritten geführt. Der Aufwärtsweg im Zeitraum der Blogbeiträge ist eindeutig.
Das bedeutet: Die Kompensation von verringerter Intention durch denkerisches Aufbrechen von zunächst emotional anknüpfungslosem Neuland ist möglich. Aber: physisisches Äquivalent ist die Arbeit im Steinbruch. Viel Spaß. ;-)
Was habe ich denn nun herausgefunden? Zwei Erfolge möchte ich dabei im Besonderen nennen. Zum einen hat sich die Arbeit mit meinem Companion immer weiter rountiniert. Wir hatten mehrfach naturgemäß Streitigkeiten, auch entlang egoistischer Linien, aber es hat sich ein Lösungsmodus bewährt. Der lautet: Es geht zwar schnell hoch, aber auch schnell wieder runter. Am nächsten Tag reden wir miteinander, als wäre nichts geschehen, und irgendwie ist es geregelt. Das ist für Autisten nicht typisch, aber ich habe die Erfahrung gemacht, daß nicht jeder Streit wichtig genug ist, unbedingt registriert und verbucht zu werden. Es entsteht dann das angenehme Gefühl, daß man ein Problem weniger hat.
Und diese Erfahrung setze ich per innerem Befehl um, aus der von hinten herangeführten Erkenntnis heraus, daß man sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren muß. Emotionale Wallungen sind nicht als echte Argumente mißzuverstehen, sondern kleinzukochen. Der Umstand, daß wir gleichberechtigt sind, wirkt positiv.
Der zweite Punkt ist noch fortschrittlicher, denn er betrifft die Schwierigste aller Fragen, die emotionale Annäherung an die tiefsten Schichten Richtung Beziehung. Üblicherweise wird die Logik scheinbar beseite gefegt, wenn Emotionen walten, und Worte verlieren oder verändern ihre Bedeutung in kurzer Zeit.
Tatsächlich ändern sich die Mechanismen, aber logisch bleibt es aus gewisser Perspektive doch. Ich habe aus der machtpolitischen Perspektive gelernt, daß eine genaue Anpassung an die Realitäten den effektivsten Schutz der eigenen Interessen bedeutet.
Der Knackpunkt ist die Kleinteiligkeit des Vorgehens. Das Hinterland sichern, vorne langsam verschieben. Wenn ich recht sehe, kann man die Kommunikation der Frau – das Wort bricht hier etwas rein – so begreifen, als ob sie im Auto sitzt und das Lenkrad beim Fahren gaaanz langsam einschlägt. Die Spur, die sich daraus ergibt, entspricht einer Schneckenlinie, die auf die Mitte zukreist.
Übersetzt heißt das: Wenn eine Lage gegeben ist, kann man versuchen, sie von den Rändern her immer im kommunikativen Wechsel in Worte zu packen. „Unverfänglichkeit“ lautet das Stichwort. Was genau die Reaktion ist, ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist die Richtung: Ist es eine Hin- oder Wegbewegung? Wenn die Schritte klein genug waren, verkraftet man kleinere Wegbewegungen, die sich kurz darauf auch wieder in Hinbewegungen wandeln können. Wichtig ist, in der Regel, nicht immer, auf Hin mit Hin und Weg mit Weg zu reagieren. Was aus Nahdistanz wie Hin und Her oder eine Kreisbahn aussieht, ist von ferner betrachtet besagte Schneckenlinie.
Der Straßengraben und die Bäume am Rand aber sind gegeben. Landet man dort oder an diesen, heißt es aufstehen, Wunden verbinden, Dreck abschütteln, aufsteigen, weiterfahren, immer Richtung Sunset. Der Autist ist gut beraten, sich dabei allen Schmerzen und Verlangen zum Trotz auf den Standpunkt zu stellen: „Der Weg ist das Ziel.“
…Und …vielleicht …entdeckt man dann eines Tages seinesgleichen.
Zitat des Tages vom Denker der Spätaufklärung Kant: „Habe den Mut, Dich Deines Verstandes zu gebrauchen.“ Ich fühle mich angesprochen.

PS: Trotz dieser Erfolge hatte ich aufgrund der kurzfristigen Problemlagen – eine Rippenprellung, die ein Bruch sein könnte, gab den letzten Ausschlag – im Anschluß an diesen Text, ich war gerade in der Kaufhalle, einen Nervenzusammenbruch.
Kurz vor meinem Geburtstag, an dem vor vier Jahren auch meine Mutter starb, ist ein kritischer Zeitpunkt. Zu wenig ist gewiss, zuviel ungewiss…Ich konnte mich noch nach Hause schleppen, aufs Bett werfen und zwei Anrufe machen. Am nächsten Morgen jetzt geht es wieder etwas besser, ich fahre gleich ins Krankenhaus, um sicher zu gehen.



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